Was ist ein American Miniature Horse?

Der Gesamteindruck eines American Miniature Horse sollte der eines kleinen, feingliedrigen und ausbalancierten Pferdes sein. Ein amerikanisches Miniaturpferd von guter Qualität sollte Stärke, gute Bewegungen und Aufmerksamkeit gepaart mit einem eifrigen und freundlichen Wesen besitzen. Sein Gebäude sollte so korrekt sein wie das jeder größeren Pferderasse.

Um ihre Größe zu bestimmen, werden Amerikanische Miniaturpferde im Gegensatz zu anderen Pferderassen am letzten Haar der Mähne und nicht am Widerrist gemessen. Alle bei der AMHA (American Miniature Horse Association) registrierten Miniaturpferde dürfen ausgewachsen höchstens 86cm (34 Zoll) messen. Das AMHR (American Miniature Horse Registry) erkennt Miniaturpferde in zwei Abteilungen an: Abteilung A ist für Pferde mit einer Größe von 86cm (34 Zoll) oder darunter, während Abteilung B für Pferde mit einer Größe von bis zu 97cm (38 Zoll) gilt.

Amerikanische Miniaturpferde sind sehr ökonomisch in der Haltung. Das Füttern und Pflegen kostet etwa ein Viertel des Betrags, den Sie für die Haltung eines durchschnittlich großen Warmblutpferdes ausgeben müssten. Außer Reiten gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten, die Sie mit einem American Miniature Horse unternehmen können. 

American Miniature Horses werden weltweit in Halter- und Performance-Klassen gezeigt. Halter-Klassen dienen weitgehend der Gebäudebeurteilung. Sie werden danach gerichtet, welches Tier dem im jeweiligen Regelwerk festgelegten Standard of Perfection (Rassestandard) am nächsten kommt. Zu den Performance-Klassen gehören Hunter, Jumper, Trail an der Hand sowie Showmanship und Kostümklassen. Darüber hinaus gibt es je nach Art, Stil und Bewegung der Pferde viele verschiedene Fahrklassen

AMHA Standard of Perfection

AMHR Standard of Perfection

Größere Miniaturpferde können von kleinen Kindern geritten werden. Kleine Miniaturpferde hingegen können perfekte Therapiepferde sein, wenn sie die Eignung dazu haben. Miniaturpferde sind die perfekte Wahl für Menschen, die aufgrund von Alters- oder Gesundheitsproblemen oder Platzmangel kein großes Pferd mehr halten können oder wollen. Für diese Personen kann das American Miniature Horse der ideale Begleiter sein und Aktivitäten anbieten, die sonst nicht mehr möglich wären.

Intelligent, menschenbezogen, leicht zu trainieren und pflegeleicht: American Miniature Horses sind großartige Pferde für Jung und Alt, erfahrene Pferdemenschen oder Anfänger, körperlich gesunde oder eingeschränkte Menschen. Das American Miniature Horse ist das Pferd für jedermann!


Geschichte des amerikanischen Miniaturpferdes

Es gibt eine Vielzahl von Mythen über die Ursprünge des American Miniature Horse. Die meisten von ihnen wurden kreiert, um die Rasse von anderen kleinen Ponyrassen abzuheben und sie in etwas Besonderes und Einzigartiges zu verwandeln.

In den USA wurden kleine Ponys bis zur Gründung des AMHR im Jahr 1971 nicht als Miniatures bezeichnet. Die Bezeichnung Miniature Horses erfolgte in der Hoffnung, sie von registrierten und nicht registrierten Shetlandponys abzuheben. Man hoffte, dass dadurch eine höhere Nachfrage nach diesen kleinen Pferden und auch höhere Preise entstehen würden.

Ein Mythos, der sogar Eingang in Wikipedia fand, ist der von Miniaturpferden, die über Hunderte von Jahren gezielt von europäischen Königshäusern gezüchtet wurden. Es wird gesagt, dass sie die Gefährten kleiner Kinder und eine von kleinen Shetlandponys getrennte Rasse waren. Ein weiterer Mythos besagt, dass Miniaturpferde ausschließlich aus Großpferden herausgezüchtet wurden. Die Wahrheit ist, dass das American Miniature Horse seine Wurzeln hauptsächlich beim Shetlandpony hat. 

Die ursprünglichen Shetlandponys sind sehr robuste Tiere mit kompaktem Gebäude und extremer Winterhärte. Dies ermöglichte es ihnen, im rauen Klima der Shetlandinseln, ihrer Heimat für viele Jahre, zu überleben und sogar zu gedeihen. Sie wurden als kleine Zugpferde und für Kinder verwendet. Dies änderte sich 1847, als ein Gesetz des Parlaments verabschiedet wurde, welches die Kinderarbeit in den Kohlengruben untersagte. Dies führte zu einer großen Nachfrage nach kleinen Shetlandponys, die als Grubenponys verwendet werden sollten.

Die Nachricht vom Boom der kleinen Ponys fand schnell ihren Weg von Europa in die USA. Kurz darauf folgten die ersten Importe kleiner Shetlandponys. Der American Shetland Pony Club (ASPC) wurde 1888 gegründet. Er ist einer der ältesten Rasseverbände in den Vereinigten Staaten. Die erste Ausgabe des ASPC-Zuchtbuchs wurde 1893 veröffentlicht. 36 der 72 eingetragenen Ponys wurden mit maximal 97 cm (38 Zoll) gemessen am Widerrist registriert. Die Gründer des Registers wollten eine zuverlässige Aufzeichnung der Stammbäume und Besitzer für American Shetland Ponys führen. Das Zuchtbuch ist geschlossen, was bedeutet, dass nur Ponys mit ASPC-registriertem Vater und Mutter als amerikanisches Shetlandpony registriert werden können.

In den 1960er Jahren waren viele Farmen in den USA auf die Zucht von Shetlandponys in Miniaturgröße spezialisiert. Aufzeichnungen und Stammbäume waren nicht immer sorgfältig gepflegt worden. Einige Miniatur-Züchter bevorzugten die interessanteren Mythen aus Marketinggründen sehr. Sie entschieden sich dafür, ihre bis dahin dokumentierten Shetland-Pony-Stammbäume entfallen zu lassen. 

Die große Nachfrage und die hohen Preise ließen zudem wenig Rücksicht auf die korrektes Gebäude und Genauigkeit des Stammbaums zu. Damalige Züchter wurden bei ihren kleinen Pferden nicht selten mit Equidem Zwergwuchs, verursacht durch einen Gendefekt, konfrontiert. Es stellte sich schnell heraus, dass ein Stutbuch für Miniaturpferde erforderlich war.

Zusätzlich zu den Miniaturpferden, die bereits in den USA gezüchtet wurden, importierten viele Züchter weiterhin kleine Ponys aus Argentinien, England, Holland und Belgien. Es fehlte ein Stutbuch, eine Dokumentation der Stammbäume, ein eigener Rassestandard und Schauen mit zugelassenen Richtern. Dadurch hatten die Züchter einen großen Nachteil gegenüber anderen Pferderassen. Zudem forderten auch die Käufer zunehmend eine bessere Dokumentation der Abstammung ihrer Pferde.


Quelle: Del Sastre